Ein Roman erinnert an Zürich als Raum für neue Lebensformen
Jens Steiner erzählt in einem Briefroman vom gemeinschaftlichen Leben junger Menschen im Zürich der 1980er-Jahre. Im Mittelpunkt stehen Freundschaft, Wohnen und die Suche nach eigenen Lebensentwürfen.
Der Schweizer Schriftsteller Jens Steiner blickt in seinem neuen Briefroman auf Zürich in den 1980er-Jahren zurück. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe junger Menschen, die in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt in Zürich-Wollishofen lebt.
Die Figuren suchen eigene Formen des Zusammenlebens und bewegen sich in einer Stadt, in der Freiräume und alternative Lebensentwürfe eine wichtige Rolle spielen. Steiner erzählt ihre Geschichte über Briefe und lässt dadurch unterschiedliche Stimmen nebeneinanderstehen.
Diese Form macht den Roman zugleich persönlich und vielstimmig. Die Figuren erzählen nicht aus grossem zeitlichem Abstand, sondern unmittelbar aus ihrem Leben, ihren Freundschaften und ihren Vorstellungen von Zukunft.
Steiner, der 2013 mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, arbeitet immer wieder mit besonderen Erzählformen. Hier nutzt er den Brief, um eine vergangene Epoche nicht nur zu beschreiben, sondern aus verschiedenen Perspektiven wieder lebendig werden zu lassen.
Der Roman ist dadurch auch eine Hommage an Zürich. Er erinnert an eine Zeit, in der Menschen Räume fanden, um neue Wohn- und Lebensformen auszuprobieren.
Im Hintergrund steht eine zeitlose Frage: Wie wollen Menschen miteinander leben, wenn sie die Möglichkeit haben, Gewohntes neu zu denken?