Vergessener Berner Komponist wird neu entdeckt
Zwei Sinfonien des lange wenig beachteten Komponisten Adolf Reichel werden mit den Berner Sinfonikern neu eingespielt. Dadurch wird ein Stück Schweizer Musikgeschichte wieder hörbar.
Adolf Reichel war im 19. Jahrhundert ein produktiver Komponist und Dirigent mit enger Verbindung zu Bern. Obwohl er rund sechshundert Werke schrieb, geriet ein grosser Teil seiner Musik später aus dem öffentlichen Bewusstsein.
Nun werden seine ersten beiden Sinfonien mit den Berner Sinfonikern neu eingespielt. Damit werden Werke hörbar, die über lange Zeit kaum zugänglich waren. Dirigent Christoph-Mathias Mueller hebt besonders die eingängigen musikalischen Motive hervor.
Die Aufnahme ist Teil einer Wiederentdeckung. Solche Projekte zeigen, dass Musikgeschichte nicht abgeschlossen ist: Archive enthalten Werke, die jahrzehntelang kaum gespielt wurden und durch neue Aufführungen plötzlich wieder ein Publikum finden.
Reichels Musik verbindet damit Gegenwart und Vergangenheit. Musikerinnen und Musiker von heute beschäftigen sich mit einer Klangwelt des 19. Jahrhunderts und bringen sie in moderner Aufnahmequalität zurück.
Für die Schweizer Kulturgeschichte ist das besonders interessant, weil dadurch ein Komponist wieder sichtbar wird, der zu seiner Zeit aktiv war, später jedoch aus dem Kanon verschwand. Die Einspielung erweitert das Bild davon, welche Musik in der Schweiz entstanden ist.
Die Wiederentdeckung ist somit nicht nur ein musikalisches Projekt, sondern auch eine Erinnerung daran, wie viel kulturelles Erbe noch in Archiven wartet.