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Natur & Tiere27. August 2026

Forschende entschlüsseln die erstaunlich vielfältige Sprache der Belugas

Langjährige Aufnahmen zeigen, wie wichtig Laute für das soziale Leben von Belugawalen sind. Neue Analysemethoden helfen Forschenden, einzelne Rufe und Dialekte besser zu verstehen und daraus konkrete Schutzmassnahmen abzuleiten.

Belugawale leben in einer Welt, in der Hören oft wichtiger ist als Sehen. In trübem oder eisbedecktem Wasser nutzen sie ein grosses Repertoire aus Klicks, Pfeiftönen und anderen Lauten, um Kontakt zu halten, sich zu orientieren und Informationen innerhalb der Gruppe weiterzugeben.

Die Forscherin Valeria Vergara zeichnet Belugas seit vielen Jahren auf. Besonders auffällig ist, dass Jungtiere charakteristische Kontaktlaute erlernen, die ähnlich wie akustische Namenssignale funktionieren können. Dieses Lernen dauert über längere Zeit und ist Teil des sozialen Lebens der Tiere.

Die Forschung hat auch unmittelbare Bedeutung für den Schutz. Motorengeräusche von Booten können wichtige Rufe überdecken. Erkenntnisse über besonders sensible Lautäusserungen haben deshalb dazu beigetragen, in einzelnen Gebieten den Bootsverkehr stärker zu begrenzen.

Mit neuen Verfahren der Mustererkennung und künstlicher Intelligenz lassen sich grosse Mengen von Walaufnahmen heute genauer vergleichen als früher. Forschende hoffen, dadurch besser zu verstehen, welche Laute in welchen Situationen auftreten und wie sich Kommunikation zwischen Gruppen unterscheidet.

Das Ziel ist nicht, menschliche Sprache vorschnell in Walgesänge hineinzudeuten. Die Forschung zeigt vielmehr, dass die Tiere komplexe soziale und kulturelle Formen der Kommunikation besitzen – und dass genaueres Zuhören helfen kann, ihren Lebensraum gezielter zu schützen.

Quelle: The GuardianOriginalquelle öffnen ↗
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