Skater sehen Schweizer Städte mit anderen Augen
Zwischen Zürich und Genf zeigt sich Skateboarding als eigene Kultur aus Bewegung, Fotografie, Musik, Gestaltung und Freiheit. Gewöhnliche Architektur wird dabei zu einem kreativen Raum, der neu gelesen und genutzt wird.
Wer Skateboard fährt, sieht eine Stadt anders. Treppen, Mauern, Geländer und Skulpturen sind nicht nur Architektur, sondern mögliche Bewegungsräume. Der SRF-Beitrag begleitet Menschen aus der Schweizer Skateszene zwischen Zürich und Genf und zeigt, wie daraus eine eigene Kultur entstanden ist.
In Zürich erklärt Skate-Fotograf und Kulturvermittler Alan Maag, wie Skater selbst kleine Spuren an einer Wand lesen können. Erfahrung verrät ihnen, welcher Trick dort versucht worden sein könnte. Maag begann schon als Jugendlicher, seine Freunde beim Skaten zu fotografieren, und machte diese Bildsprache später zu einem Teil seiner beruflichen Arbeit.
In Genf führt Jim Zbinden durch das Geneva Skateboard Museum. Dort sammelt er Bretter aus unterschiedlichen Jahrzehnten und dokumentiert, wie sich Skateboarding technisch und kulturell entwickelt hat. Die frühen Boards waren klein und schwer; neue Materialien machten den Sport ab den 1970er-Jahren wesentlich vielseitiger.
Zum Skateboarding gehört von Anfang an auch Gestaltung. Fotografien, Videos, Musik und Grafiken wurden Teil der Szene. Die Unterseiten der Bretter entwickelten sich zu kleinen Bildflächen, beeinflusst von Street Art, Comics, Punk und Popkultur.
Für viele Skater steht die Freiheit im Zentrum. Sie nutzen vorhandene Stadträume kreativ und oft ausserhalb klassischer Sportvereine. Gleichzeitig entstehen immer mehr Skateparks und organisierte Angebote. Seit 2024 ist Skateboarding auch offiziell olympische Disziplin.
Trotz dieser Professionalisierung sieht Alan Maag weiterhin eine lebendige eigenständige Szene. DIY-Orte wie die Lettenhalle in Zürich zeigen, dass Menschen weiterhin selbst Räume gestalten. Skateboarding bleibt damit Sport, Kultur und eine besondere Art, die eigene Umgebung wahrzunehmen.