Papst Leo spricht über Zweifel, Gebet und einen ehrlichen inneren Dialog
Beim Angelus in Castel Gandolfo sprach Papst Leo XIV. darüber, dass Glauben auch Fragen und Unsicherheit aushalten kann. Entscheidend sei, den inneren Dialog nicht abzubrechen und Schwierigkeiten offen auszusprechen.
Beim Angelusgebet in Castel Gandolfo nahm Papst Leo XIV. eine biblische Szene mit Petrus zum Ausgangspunkt. Petrus versteht Jesu Weg nicht und reagiert impulsiv. Für den Papst zeigt gerade diese Reaktion etwas Menschliches: Auch im Glauben können Erwartungen und Wirklichkeit weit auseinanderliegen.
Leo XIV. betonte, dass Menschen ihre Schwierigkeiten nicht verstecken müssen. Wenn etwas unverständlich bleibt, solle der Dialog mit Gott nicht abgebrochen werden. Zweifel, Enttäuschung und Verwirrung könnten vielmehr ehrlich im Gebet ausgesprochen werden.
Als zweiten Gedanken hob er Demut hervor. Nicht jede Entwicklung lasse sich sofort beurteilen oder in die eigenen Vorstellungen einordnen. Statt vorschnell zu urteilen, könne es hilfreich sein, aufmerksam zu bleiben und sich Zeit für das Verstehen zu geben.
Die Ansprache war damit weniger eine Aufforderung zu blindem Optimismus als zu einer offenen inneren Haltung. Fragen dürfen bestehen bleiben, ohne dass Beziehung und Vertrauen deshalb aufgegeben werden müssen.