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Natur & Umwelt26. August 2026

Vergrabene Unterhosen machen Schweizer Bodenleben sichtbar

Mehr als tausend Freiwillige halfen dabei, die Aktivität des Bodenlebens sichtbar zu machen. Die Auswertung zeigt besonders deutlich, wie stark die Art der Landnutzung die biologische Aktivität im Boden beeinflusst.

Vor fünf Jahren beteiligten sich rund tausend Freiwillige in der ganzen Schweiz an einem ungewöhnlichen Citizen-Science-Projekt. Sie vergruben mehr als zweitausend Baumwoll-Unterhosen im Boden und holten sie später wieder heraus.

Die Idee dahinter war einfach: Baumwolle wird von Bodenorganismen zersetzt. Je stärker der Stoff abgebaut wird, desto aktiver ist das Leben im Boden. Auf diese Weise wurde ein Vorgang sichtbar, der normalerweise unter der Erde verborgen bleibt.

Nun liegen die ausgewerteten Ergebnisse vor. Besonders deutlich zeigt sich, dass die Art der Landnutzung einen grossen Einfluss auf die biologische Aktivität im Boden hat. Wie eine Fläche bewirtschaftet und genutzt wird, prägt also wesentlich, wie aktiv Mikroorganismen und andere Bodenlebewesen dort sind.

Das Experiment verbindet Wissenschaft mit einer sehr anschaulichen Methode. Statt abstrakte Messwerte allein im Labor zu erheben, konnten Menschen im ganzen Land selbst beobachten, wie unterschiedlich Böden reagieren.

Für die Bodenforschung sind solche Daten wertvoll, weil gesunde Böden für Landwirtschaft, Pflanzenwachstum und funktionierende Ökosysteme zentral sind. Das Projekt zeigt zugleich, dass Bürgerinnen und Bürger einen direkten Beitrag zu wissenschaftlichen Fragestellungen leisten können.

Die vergrabenen Unterhosen waren damit mehr als ein origineller Versuch: Sie machten sichtbar, dass Boden kein lebloses Material ist, sondern ein komplexes, aktives Ökosystem, dessen Zustand eng mit unserer Nutzung der Landschaft verbunden ist.

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